Schimmelpilze – ein Gesundheitsrisiko?

biolytiqs-penicillium-kulturell-artikelSchimmelpilze sind in unserer natürlichen Umwelt allgegenwärtig. Treten sie jedoch konzentriert in Innenräumen auf, können sie eine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier sein.

Um sich zu vermehren, verbreiten Schimmelpilze Millionen winzige Sporen in der Luft. Eingeatmet können diese akute oder chronische Erkrankungen wie Allergien und Atemwegserkrankungen auslösen. Als potenzielle Allergieauslöser sind im Prinzip alle Schimmelpilze gefährlich. Besonders aber solche, die normalerweise in unserer direkten Umwelt nicht oder nicht in so hoher Konzentration vorkommen (Hintergrundexposition). Auch die individuelle Abwehrfähigkeit des Menschen spielt eine Rolle. Gefährdet sind vor allem:

  • Asthmatiker
  • Allergiker
  • Personen mit eingeschränkter Lungenfunktion
  • immunsupprimierte Personen
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • ältere Menschen

Festgelegte Grenzwerte für die Schimmelpilzmenge in Innenräumen stellen sicher, dass Sie in einer gesunden Umgebung wohnen und arbeiten. Werden diese Maximalwerte überschritten, bestehen teils erhebliche Gesundheitsgefahren. Sie sollten handeln und geeignete Abhilfemaßnahmen einleiten. Bei sehr hohen Konzentrationen gefährlicher Schimmelpilze können sogar ein Auszug und die Schließung der Räume notwendig sein.

Schimmelpilz-Probleme wachsen im Verborgenen

In der Wachstumsphase bleiben die Schimmelpilze meist unsichtbar. Sie verstecken sich z. B. unter dem Teppich, hinter Tapeten oder Verschalungen. Dort bilden sie ein sogenanntes Mycel. Das sind mikroskopisch kleine Pilzfäden, die sich schnell nach allen Seiten ausbreiten. Eine Luftprobe werten wir qualitativ und quantitativ aus. 

Schaden FriseursalonIn der Natur machen sich die Schimmelpilze als Recycler nützlich: Sie bauen Biomasse ab und verarbeiten sie zu wertvollen Nährstoffen für Pflanzen und andere Lebewesen. Bei Ihnen zu Hause finden die anpassungsfähigen Mikroorganismen Nährstoffe auf und in unterschiedlichsten Materialien – und richten dort erhebliche Schäden an:

  • Tapeten und Kleister
  • Holz und Spanplatten
  • Teppiche
  • Papier und Pappe
  • Kunststoffe, Gummi, Silikon
  • Farben und Lacke
  • Leder

Erst wenn sie sich vermehren, bilden Schimmelpilze gefärbte Sporen aus. Der Befall wird in Form von meist schwarzen, grünen oder gelben Flecken sichtbar. Dann ist ein Schnelltest mit einer Folienkontaktprobe direkt von der befallenen Oberfläche möglich.

Die Ursachen für den Schimmelpilzbefall bekämpfen!

Wo es feucht und schlecht belüftet ist, fühlen sich Schimmelpilze wohl. Mögliche Gründe für zu viel Feuchtigkeit in Innenräumen sind:

  • bauliche Mängel (z. B. undichte Fenster, defekte Dächer, Dachrinnen oder Fallrohre, Risse im Mauerwerk, Rohrbrüche, Überschwemmungen, Neubau-Restfeuchte)
  • Kondenswasser an kalten Wänden (z. B. aufgrund von Wärmebrücken oder fehlender Wärmedämmung)
  • Duschen, Kochen, Wäschetrocknen
  • Zimmerpflanzen, Aquarien, Zimmerspringbrunnen
  • zu geringer Luftaustausch

Erste Anhaltspunkte für die Ursachenforschung gibt die Gattung der gefundenen Schimmelpilze.

Hefen, Keime und Milben sind ebenfalls da zu finden, wo sich Feuchtigkeit sammelt. Milben fressen Schimmelpilze, daher treten beide oft zusammen auf – gleich zwei potenzielle Allergieauslöser auf einmal. Wir testen Ihre Proben bei Bedarf auch auf Bakterien und Insekten.

Rat vom Profi einholen

Ziehen Sie bei einem großflächigen Befall (mehr als 0,5 qm) unbedingt eine Fachfirma für Schadstoffsanierung zu Rate. Die Profis entfernen den Schimmelpilzbefall nachhaltig, achten dabei auf Schutzmaßnahmen für Bewohner und Sanierer und helfen beim Erkennen und Bekämpfen der Ursachen für den Befall. Eventuell sind dafür bauliche Veränderungen nötig:

  • neue Außendämmung
  • Abdichten von Installationen oder Entwässerungen
  • Sanierung fehlender oder mangelhafter Bauwerksabdichtung
  • Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2
  • luftdichte Gebäudehülle